Christoph Ruppert erhielt den Landes-Ehrenbrief

Seit 50 Jahren ist Christoph Ruppert ehrenamtlich für die katholische Gemeinde St. Michael tätig

Bericht der Frankfurter Neue Presse vom 24.02.2010 ehm

Der Sossenheimer hat den Landes-Ehrenbrief erhalten. Schon in jungen Jahren brachte er sich bei der Kirche ein. Da muss man schon zwei Mal hinhören. Seit 50 Jahren ist Christoph Ruppert ehrenamtlich für die katholische Gemeinde St. Michael tätig. Seit 50 Jahren? Wo der Sossenheimer doch «erst» 56 ist? Vom Messdiener als Kind über die Mitarbeit im Jugendclub und die Funktion als Zeltlager-Leiter hat sich aus dem Nachwuchsmann eine Stütze entwickelt, die das Gemeindeleben an verantwortlicher Stelle (Vorstand, Verwaltungsrat, Pfarrgemeinderat) mitgestaltet hat. Die Auszeichnung mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen würdigt das langjährige Engagement. «Ich habe mich riesig gefreut», bekennt Ruppert und hält stolz den Ehrenbrief in seiner Hand. «Ehrenamt wird leider nur sehr wenig geschätzt», bedauert er und plaudert ungezwungen über die Motive für seinen Einsatz. «Es war mir schon immer ein besonderes Anliegen, der Gesellschaft, von der ich profitiere, auch wieder etwas zurückzugeben.» Persönliche Zufriedenheit erfahre er durch seine ehrenamtliche Arbeit. Und ganz nebenbei lerne er viele Menschen kennen. Für Ruppert ein absoluter Gewinn: «Ich kann es jedem jungen Menschen nur empfehlen, sich darüber Gedanken zu machen, nicht alles nur einzustecken und als gegeben zu betrachten.» Als Mann, der sich seit einem halben Jahrhundert einbringt, weiß er, wovon er spricht. Mit sieben Jahren war Ruppert mit seiner Familie nach Sossenheim gezogen. Aufgewachsen im katholischen Elternhaus, war der Gottesdienstbesuch für den Jungen selbstverständlich. «Außergewöhnlich» dagegen war, dass er bereits als Siebenjähriger dort Messdiener wurde, noch bevor er selbst zur Kommunion gegangen war. Seitdem ist er der Gemeinde treu geblieben. Zehn Jahre lang war er für den Jugendclub der Gemeinde tätig und neun Jahre als Zeltlagerleiter aktiv. Für rund 75 Kinder organisierte er mit einem Team Zeltlager in der Eifel, im Hunsrück, Bayern und Franken, bis 1970. «Ich war immer einer der Jüngsten», sagt Ruppert. Nicht nur als Messdiener sondern auch später im Pfarrgemeinderat, in den er 1971 gewählt wurde. Doch diese Arbeit habe ihm nicht gelegen. «Zu wenig Eigenverantwortung», erklärt er heute. Ruppert wechselte wenig später in den Kirchenvorstand und war mit 21 Jahren das jüngste Vorstandsmitglied in Frankfurt. Es war ein besonderes Gefühl für den jungen Kirchenvorstand, «unter den ganzen altgedienten Honoratioren zu sitzen». Dort hatte er eine Betätigung gefunden, die ihn lange Jahre nicht wieder los ließ. Über 30 Jahre lang war er als Mitglied im Kirchenvorstand, dem späteren Verwaltungsrat, tätig. Sechs Jahre davon als Vorsitzender. Viel Zeit hat er in den 30 Jahren investiert. «Wir haben mal ausgerechnet, dass für die Arbeit des Verwaltungsrates 150 bis 200 Stunden pro Monat draufgehen.» Die teilen sich auf sieben Ratsmitglieder auf. Der größte Teil davon bleibt am Vorsitzenden hängen. Für Ruppert waren es rund 40 ehrenamtliche Stunden pro Monat, neben seiner beruflichen Tätigkeit als Drucker- und Schriftsetzermeister. Und neben der Zeit, die er für Frau und Kinder da sein wollte. «Der Familie bin sich sehr dankbar, dass sie meine ehrenamtliche Tätigkeit immer mitgetragen hat», betont er. 2008 musste er gesundheitlich kürzer treten, Stressfaktoren vermeiden und Prioritäten setzen. Den Vorsitz im Verwaltungsrat gab er ab, doch «ganz aufhören wollte ich auch nicht», erklärt er. Seither engagiert er sich in der Kindertagesstätte Carl-Sonnenschein-Straße und wirkt im «Michael-Projekt» mit. Das Projekt, das Alt und Jung zusammenführt, liegt dem 56-Jährigen ganz besonders am Herzen: Zwei Mal pro Woche treffen im Gemeindehaus Senioren und Junggebliebene mit Vorschulkindern zusammen, lesen, spielen und essen gemeinsam. Ruppert nutzt die Gelegenheit und rührt die Werbetrommel für das generationsübergreifende Projekt.     Quelle FNP: ehm

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